Nichts versetzt einen Menschen so sehr in Trauer, wie der Verlust des eigenen Kindes. Ob man es bereits in den Armen halten konnte, seine Bewegungen bisher nur im Mutterleib wahrnahm oder lediglich ein kleiner Punkt auf einem Ultraschallbild die baldige Ankunft verkündete. Der Schmerz ist unbeschreiblich groß und lässt einen in tiefster Verzweiflung versinken.

In dieser Situation verliert plötzlich und meist aus heiterem Himmel alles an Bedeutung und man ertrinkt in absoluter Hilflosigkeit, Unglauben und tiefster Wut. Nicht zu vergessen ist die quälende Sehnsucht nach dem, was einem genommen wurde. Auch die Frage nach dem Warum? tritt mit in den Vordergrund. Kann insbesondere diese Frage nicht, oder noch nicht beantwortet werden so ist der Verlust noch unbegreiflicher und schwerer zu verarbeiten.

 

Männer trauern anders wie Frauen. Deshalb fühlen sich viele Frauen miss- und unverstanden. Während sie darüber sprechen, weinen und sichtbar leiden, sind Männer oft unauffällig und schweigsamer. Sie trauern nicht offensichtlich. Doch es ist schwer für einander Verständnis zu haben, wenn man unterschiedlich trauert. Manche Frauen fragen sich in dieser Ausnahmesituation, ob ihr Mann überhaupt trauert.

Jeder kennt wohl die Aussagen "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" oder "ein stolzer Sohn weint nicht". Auch die Aussage "Sie müssen jetzt stark sein für ihre Frau" macht es den Männern nicht leichter. Immer noch sitzt bei vielen Männern im Kopf, dass ein Mann seine Gefühle nicht zeigt und öffentlich weint. Wenn Männer weinen, dann weinen sie meist wenn es niemand sehen kann. Auch reden viele Männer nicht über ihren Schmerz, über den Verlust ihres Kindes. Zuletzt auch, um für ihre Frau stark zu sein um sie zu trösten und stützen und sie nicht noch zusätzlich belasten zu wollen. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Die Frauen fühlen sich alleine gelassen. Sie denken, der Partner trauert nicht um das Kind. Nicht so sehr wie sie selbst. Doch das ist nicht wahr! Männer trauern genauso um das verlorene Kind. Eben nur anders. Für sich selbst. Und auch die Sternenväter brauchen ihre Zeit, um den Verlust zu verarbeiten.


Auch eine Studie (414 Sternenväter haben teilgenommen) von 2007 zeigt, dass Männer trauern. Hier ein kleiner Auszug. Die Einteilung der Intensität erfolgt in den Zahlen 1-5. Dabei steht 1 für „gar nicht“- und 5 für „völlig“-zustimmen. Folgende Aussagen wurden gestellt:

  • Ich trauere um das Kind

    - Knapp 50% bejahen diese Aussage völlig („5“)

    - Mehr als 25% wertet noch mit einer „4“

  • Ich vermisse das Kind

    - Knapp 45% stimmen dieser Aussage völlig zu („5“)

    - Ungefähr 20% stimmen noch mit „4“ zu

  • Es tut mir weh, mich an den Verlust zu erinnern

    - 40% finden diese Aussage völlig zutreffend („5“)

    - Weitere 28% stimmen mit einer „4“ zu

    - Mehr als 18% vergeben eine „3“

  • Ich habe Angst, nochmal ein Kind zu verlieren

    - Wird von fast 50% völlig geteilt („5“)

    - 21% stimmten mit einer „4“ zu

  • Ich mache mir Sorgen darüber, wie meine Partnerin mit dem Verlust zurecht kommt

    - Knapp 58% stimmen mit „5“ völlig zu

    - 23% vergeben immer noch eine „4“

    - Lediglich 3% stimmen mit „1“

 

Diese Ergebnisse zeigen nochmals deutlich, wie sehr auch die Männer um den Verlust des Kindes trauern. Auch wenn sie nach wenig äußerliche Trauer zeigen

  • Ich weine, wenn ich an das Kind denke

    - Mehr als 33% stimmen dem überhaupt nicht zu („1“)

    - Fast 20% stimmen noch mit „2“ nicht zu

Für alle Sternenpapas

Einmal nur wurde ich gefragt,
von einem Freund, fast schon verzagt:
"Wie es ist ein Sternenpapa zu sein?
Wie nur linderst Du deine Pein?"

Meine Antwort hat auf sich warten lassen,
die Gefühle so unendlich schwer zu fassen.
Es ist nicht leicht, Sternenpapa zu sein,
dir fehlt ein Kindchen, winzig klein.

Hast Dich gefreut mit ganzem Herz,
was Dir jetzt bleibt ist nur der Schmerz.
Doch den will niemand sehen,
sagt dir: "Wird schon gehen!"

Findest nicht sehr viel Verständnis,
kaum einer hat die Erkenntnis,
dass dies Kindchen hat gelebt,
egal was auf einem Zettel steht.

Du musst stehen deinen Mann,
das ist es, was man von dir erwarten kann.
Möchtest schreien, möchtest weinen,
hältst die Klappe, sagst keinen Ton, gar keinen.

Tust jeden Tag weiter deine Pflicht,
deine Umwelt kümmert es meist nicht.
Deine Mine geschnitten wie aus Holz,
jeder Roboter wäre darauf stolz.

Dein Herz ist erfüllt von tiefer Trauer,
für die anderen war es nur ein kurzer Schauer.
Musst halt einfach weiter machen,
dabei willst du gar nicht lachen.

Verbirgst tief in dir deinen Schmerz,
verschließt ihn dicht in dein Herz.
Dabei ist das gar nicht zwingend,
lass ihn heraus, das ist dringend:
Denn auch du darfst trauern,
und mag es auch ewig dauern!

 

- René Andreas -

Ein echter Mann

Ein echter Mann ist selbstbewußt,
verbirgt den Kummer in der Brust,
zeigt seine Trauer anderen nicht,
hat steingemeißelt sein Gesicht.

Man hat dies schon oft vernommen
und als gegeben hingenommen...
Für mich ist dieses Spiel vorbei!
Ich reiße dies Korsett enzwei.

Tränen netzen mein Gesicht.
Wollt sehen meine Trauer nicht?
Nun, das ist mir einerlei!
Dann schaut ihr halt an mir vorbei!

Denn es peinigt mich der Schmerz,
Gedanken reisen sternenwärts,
erreichen jenen fernen Platz,
wo nun wohnt mein kleiner Schatz.

Nur so kann ich ihm nahe sein.
Erinnerung blieb mir allein.
All meine Träume sind verflogen.
All meine Hoffnung ist betrogen.

Ich schmiedete so manchen Plan,
der sich nun nicht erfüllen kann...
Als Mann darf ich das nicht betrauern?
Wer dieses denkt, ist zu bedauern!

Ich bleib' in keinem Falle still!
Ich werde schreien, wenn ich will!
Und weinen, wenn die Seele schreit!
An jedem Ort und jederzeit!


- Ralf Korrek -

Nachfolgend finden Sie ein paar Anregungen um Abschied nehmen zu können. Ihr Weg kann aber auch ein ganz anderer sein. Sie werden es für sich heraus finden.

Dem Kind einen Namen geben

Brief/Tagebuch schreiben

Ein Bild malen

Eine Kerze anzünden

Eine Gedenkecke zu Hause und/oder im Garten einrichten

Sprechen Sie über Ihren Verlust (mit Familie, Freunden, Ärzten, Seelsorgern,...)

Ein Album gestalten

Erinnerungskiste zusammen stellen

Ein Gebet sprechen

Eine Homepage gestalten

Einen Luftballon steigen lassen

Bücher lesen

Einen Stein in einem Ring (z.b. Ehering setzen lassen)

Schmuckstück zur Erinnerung (z.B. Anhänger an Kette/Armband, Erinnerungsschleife,...)

Eine Tättowierung

Einen Baum pflanzen


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